
Mit den warmen Temperaturen zieht es viele Menschen in Zürich und der ganzen Schweiz wieder in Wälder, Parks und Wiesen. Gleichzeitig beginnt die Hochsaison der Zecken. Besonders im Juni und Juli erreichen die Zeckenaktivität und damit auch das Risiko für Zeckenstiche ihren Höhepunkt.
Ob am Uetliberg, auf dem Zürichberg oder in anderen Naherholungsgebieten rund um Zürich – Zecken sind heute nahezu überall anzutreffen. Viele Menschen fragen sich deshalb: Wie wahrscheinlich ist es überhaupt, von einer Zecke gestochen zu werden? Und wie gross ist die Gefahr, nach einem Zeckenstich an Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu erkranken?
Zeckensaison in der Schweiz: Warum Juni und Juli besonders kritisch sind
Zecken in der Schweiz grundsätzlich von Frühling bis Herbst aktiv. Der optimale Temperaturbereich für Zecken liegt zwischen 14 und 23 Grad Celsius. Sobald die Temperaturen dauerhaft über etwa 7 Grad liegen, beginnen sie nach Wirten zu suchen.
Besonders hoch ist die Aktivität jedoch in den Monaten Mai, Juni und Juli. In dieser Zeit verbringen viele Menschen ihre Freizeit im Freien, wodurch die Zahl der Zeckenstiche deutlich zunimmt.
Zecken kommen nicht nur in Wäldern vor. Sie finden sich auch:
- in hohem Gras
- an Waldrändern
- in Parks
- in Gärten
- auf Spielplätzen mit dichter Vegetation
Auch in städtischen Gebieten wie Zürich sind Zecken mittlerweile weit verbreitet.
Zeckenstich-Risiko in der Schweiz: Wer besonders gefährdet ist
Das Risiko für einen Zeckenstich hängt stark von Aufenthaltsort, Jahreszeit und Verhalten ab. Experten beobachten seit Jahren eine Zunahme der Zeckenpopulation in der Schweiz. Ein wichtiger Treiber ist die Klimaerwärmung. Milde Winter begünstigen ihre Ausbreitung in Regionen, die früher zu kühl für sie waren. Gleichzeitig verlängern höhere Durchschnittstemperaturen die Zeit im Jahr, in der Zecken aktiv sind. Mittlerweile gilt praktisch die gesamte Schweiz als Zeckengebiet, wobei das Risiko im Mittelland deutlich höher ist als in alpinen Regionen. Wer sich im Sommer regelmässig in Wäldern, Wiesen oder hohem Gras aufhält, hat ein erhöhtes Risiko, mit Zecken in Kontakt zu kommen.
Besonders betroffen sind:
- Kinder beim Spielen im Freien
- Wanderer
- Jogger
- Hundehalter
- Gartenbesitzer
- Outdoor-Sportler
Da Zecken oft nur wenige Millimeter gross sind und ihr Stich schmerzlos ist, werden sie häufig erst Stunden oder Tage später entdeckt.
Wird man nach einem Zeckenstich automatisch krank?
Die gute Nachricht zuerst: Die meisten Zeckenstiche bleiben folgenlos. Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger in sich. Und selbst wenn eine Zecke mit Bakterien oder Viren infiziert ist, bedeutet dies nicht automatisch, dass diese beim Stich übertragen werden.
Dennoch sollten Zecken nicht unterschätzt werden. Sie können verschiedene Krankheitserreger übertragen, die teilweise ernsthafte Erkrankungen verursachen können. In der Schweiz stehen insbesondere Borreliose und FSME im Vordergrund.
Welche Krankheiten können Zecken übertragen?
Borreliose: Die häufigste Zeckenkrankheit in der Schweiz
Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in der Schweiz. Verursacht wird sie durch Bakterien der Gruppe Borrelia.
Zu den ersten Anzeichen können gehören:
- eine ringförmige Hautrötung (Wanderröte)
- grippeähnliche Beschwerden
- Fieber
- Kopf- und Gliederschmerzen
Die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans) gilt als häufigstes Frühzeichen einer Borreliose. Sie entwickelt sich meist einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich und breitet sich ringförmig um die Einstichstelle aus.
Wird eine Borreliose nicht behandelt, können später Gelenke, Nerven oder andere Organe betroffen sein. Wichtig zu wissen: Gegen Borreliose gibt es derzeit keine Impfung.
FSME: Die seltenere, aber potenziell schwerere Erkrankung
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird durch Viren übertragen und kann das Gehirn sowie die Hirnhäute betreffen.
Mögliche Symptome sind:
- hohes Fieber
- starke Kopfschmerzen
- Nackensteifigkeit
- neurologische Beschwerden
Nicht jeder infizierte Mensch entwickelt schwere Symptome. Dennoch kann FSME in Einzelfällen schwer verlaufen. Im Gegensatz zur Borreliose steht gegen FSME eine wirksame Schutzimpfung zur Verfügung.
Zeckenstich: Was tun nach dem Entfernen der Zecke?
Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst rasch entfernt werden.
Dabei gilt:
- Zecke mit einer feinen Pinzette oder Zeckenkarte greifen
- möglichst hautnah ansetzen
- langsam und gerade herausziehen
- Stichstelle desinfizieren
- Datum des Zeckenstichs notieren
- Hautstelle mehrere Wochen beobachten
Nicht empfohlen werden Hausmittel wie Öl, Nagellack, Alkohol oder Klebstoff. Diese können dazu führen, dass die Zecke zusätzliche Krankheitserreger abgibt.
Wann sollte ein Zeckenstich ärztlich abgeklärt werden?
Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn:
- sich eine ringförmige Rötung entwickelt
- Fieber auftritt
- grippeähnliche Beschwerden entstehen
- neurologische Symptome auftreten
- die Zecke nicht vollständig entfernt werden konnte
Auch bei Unsicherheit oder auffälligen Hautveränderungen nach einem Zeckenstich kann eine dermatologische Abklärung in Zürich sinnvoll sein.
Zecken vorbeugen: Die wichtigsten Schutzmassnahmen
Mit einfachen Massnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren:
- lange Kleidung tragen
- Hosenbeine in die Socken stecken
- Zeckenschutzmittel verwenden
- hohes Gras möglichst meiden
- Körper nach Aufenthalten im Freien absuchen
- Kinder besonders sorgfältig kontrollieren
Zusätzlich empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit in weiten Teilen der Schweiz eine FSME-Impfung. Eine Ausnahme bildet der Kanton Tessin, wo in den vergangenen Jahren nur wenige FSME-Fälle registriert wurden.
Häufige Fragen zu Zecken
Sind Zecken in Zürich ein Problem?
Ja. Zecken kommen nicht nur in Wäldern vor, sondern auch in Parks, Grünanlagen und Naherholungsgebieten rund um Zürich. Besonders am Uetliberg, Zürichberg oder in stadtnahen Waldgebieten sollte auf einen guten Zeckenschutz geachtet werden.
Zeckenbiss oder Zeckenstich – was ist richtig?
Im Alltag wird meist von einem Zeckenbiss gesprochen. Genau gesehen handelt es sich jedoch um einen Stich. Die Zecke verfügt über einen Stechrüssel und ein scherenartiges Mundwerkzeug. Sobald sie eine optimale Einstichstelle gefunden hat, schneidet sie die Haut auf, sticht mit dem Stechrüssel in das Gewebe und beginnt Blut zu saugen.
Wie schnell wird Borreliose übertragen?
Das Risiko steigt mit der Dauer, die die Zecke an der Haut haftet. Deshalb sollte sie möglichst früh entfernt werden.
Muss ich nach einem Zeckenstich zum Arzt?
Nicht jeder Zeckenstich erfordert einen sofortigen Arztbesuch. Wichtig ist, die Zecke möglichst rasch selbst zu entfernen und die Einstichstelle zu desinfizieren. Befindet sich die Zecke an einer schwer erreichbaren Körperstelle oder lässt sie sich nicht vollständig entfernen, sollte sie beim Arzt entfernt werden. Eine ärztliche Abklärung ist nötig, wenn sich in den Tagen oder Wochen nach dem Zeckenstich eine ringförmige Rötung (Wanderröte), Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen, starke Müdigkeit oder andere grippeähnliche Beschwerden entwickeln. Diese Symptome können auf eine Borreliose oder FSME hinweisen.
Wie erkenne ich eine Wanderröte?
Typisch ist eine sich ausbreitende, ringförmige Rötung rund um die Einstichstelle. Sie tritt meist einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich auf und sollte ärztlich abgeklärt werden.
Können Zecken von Bäumen fallen?
Nein. Zecken sitzen meist auf Gräsern, Büschen oder niedrigen Sträuchern und werden beim Vorbeigehen abgestreift.
Wann ist die Zeckensaison in der Schweiz?
Die Zeckensaison dauert in der Regel von Frühling bis Herbst. Die höchste Aktivität wird meist zwischen Mai und Juli beobachtet.
Sind Kinder besonders gefährdet?
Kinder verbringen viel Zeit im Freien und spielen häufig im Gras. Deshalb gehören sie zu den Personengruppen, die besonders oft von Zeckenstichen betroffen sind.
Fazit
Gerade in den Sommermonaten Juni und Juli ist das Risiko für Zeckenstiche in Zürich und der gesamten Schweiz besonders hoch. Die meisten Zeckenstiche verlaufen zwar harmlos, dennoch können Zecken Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen.
Wer nach Aufenthalten in der Natur die Haut kontrolliert, Zecken rasch entfernt und Warnzeichen wie eine Wanderröte ernst nimmt, kann das Risiko möglicher Folgen deutlich reduzieren. Bei Unsicherheit oder auffälligen Hautveränderungen empfiehlt sich eine frühzeitige dermatologische Abklärung. Für Menschen, die sich regelmässig in der Natur aufhalten, kann zudem eine FSME-Impfung sinnvoll sein.
Das Hautzentrum Zürich steht Ihnen bei Fragen rund um Zechenstiche und mögliche Therapien kompetent zur Seite.
Anmeldung: 044 318 88 99